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Beschilderungsaktion der BI-MGL

Beschilderungsaktion

Protestaktion gegen Schwerlastverkehr (Geisenfelder Zeitung vom 02.04.07)


Geisenfeld (zur) In ihrem Kampf gegen lärmende Lkws fühlen sich die Anwohner der Geisenfelder Durchfahrtsstraßen ein wenig wie David in seinem Kampf gegen Goliath. Anders als der Held der Sage setzen sie unterstützt von der Bürgerinitiative nicht auf Steinschleudern, sondern auf Plakate.


Mit dem tödlichen Unfall an der Regensburger Straße hat ihr Protest eine tragische Rechtfertigung erhalten, davon sind die Anwohner der Hauptdurchfahrtsstraßen in Geisenfeld überzeugt. "Wir haben eben nicht nur Tag und Nacht mit Lärm und Dreck zu kämpfen – die Riesenlaster sind auch eine akute Gefährdung", macht eine Bewohnerin der Regensburger Straße ihrem Ärger Luft. Wie vielen anderen ist auch ihr die Zahl der Gefahrguttransporter die überdies den Ort passieren, ein Anlass zur Sorge. "Dass man im Sommer den eigenen Garten wegen des ständigen Gerumpels gar nicht mehr benutzen mag, kommt noch dazu". Die Idee der Bürgerinitiative, mit Plakaten auf die "nicht mehr hinnehmbare Situation" aufmerksam zu machen, haben einige gerne aufgegriffen und gemeinsam mit BI Vorsitzendem Rudolf Feistenberger eines der kostenlos zur Verfügung gestellten Schilder gut sichtbar an der Straße vor ihrem Haus befestigt.

Kaum waren die ersten zwölf Plakate aufgehängt, kamen weitere Anfragen – ganze 21 konnte die Bürgerinitiative am Wochenende verteilen. Am besten vertreten ist derzeit die Regensburger Straße, aber auch in der Münchner Straße kann man den Protest lesen: "Wir fordern ein generelles Lkw Durchfahrverbot! Bitte A9 und B16 beziehungsweise A93 und B301 benutzen – Die Bürgerinitiative Mensch-Gesundheit- Lebensraum".

Rudolf Feistenberger hofft, dass sich weitere Bürger finden, die sich an der Aktion beteiligen. Die BI stellt jedem Interessenten kostenlos ein großformatiges Schild zur Verfügung und hilft beim Aufbau. Dabei sind auch die Anwohner der Ortsteile eingeladen, sich zu beteiligen. Schließlich seien auch Nötting und Engelbrechtsmünster von dem erhöhten Verkehrsaufkommen betroffen, ebenso wie Geisenfeldwinden oder Rottenegg. Dass sich trotz der hohen Belastung für die Augsburger Straße noch niemand gemeldet hat, wundert den BI Vorsitzenden, der hier im Sinne der guten Sache noch auf eine stärkere Beteiligung hofft (Informationen unter 73 27 28 oder kontakt@bi-mgl.de).

Magdalena Zurek


Lkw-Verkehr: 60 Schilder zeigen keine Wirkung (Geisenfelder Zeitung vom 05.06.07)


Geisenfeld (kog) 60 Schilder sind es im Stadtgebiet mittlerweile, auf denen Lkw-Fahrer auf Alternativrouten hingewiesen werden. Eine spürbare Verringerung des Durchgangsverkehrs haben die Tafeln jedoch (noch) nicht gebracht, doch bei der Bürgerinitiative will man weiter "keine Ruhe geben".


Mitte April hatte die Bürgerinitiative "Mensch-Gesundheit-Lebensraum" mit der Ausgabe der ersten Schilder an Anlieger der Geisenfelder Durchgangsrouten begonnen. Die bislang letzten wurden am 26. Mai abgegeben, wobei nach dem Artikel in der GZ vor einigen Wochen noch "ein richtiger Schwung" an Bestellungen eingegangen sei, berichtet BI-Vorsitzender Rudolf Feistenberger. Nun hätten sich auch Anlieger der Augsburger Straße gemeldet, wo die Schilder-Aktion zunächst auf kaum Resonanz gestoßen war. Einige wenige der 60 abgegebenen Schilder hängen oder stehen sogar in Nötting, Rottenegg sowie in der Gadener und Gisostraße.

Insgesamt, so Feistenberger, sei die Dichte an Schildern nun so groß, "dass diese ihren Informationszweck bestimmt erfüllen". Irgend eines der Plakate springe nun jedem durch Geisenfeld fahrenden Lkw-Fahrer ins Auge und mache ihm die Problematik klar.

Und weil bei der Aktion die Information und nicht der Protest im Vordergrund stehe, habe man sich auch zu einem "sachlich gehaltenen" Aufdruck entschieden. Unterschiedlichen Texte habe man deshalb nicht gewählt, weil man dann mehrere Drucksätze benötigt hätte, wodurch die Aktion teurer geworden wäre. Auch so liege der Preis pro Schild schon bei rund 25 Euro, lässt der BI-Vorsitzende wissen.

Doch trotz der Vielzahl der Info-Schilder: Eine spürbare Verringerung des Schwerlast-Durchgangsverkehrs haben sie allem Anschein nach (noch) nicht gebracht. "Die Aktion geht doch den Lkw-Fahrern völlig am A. . . vorbei", meint hierzu ein Anlieger in der Regensburger Straße. Weniger würde der Lkw-Verkehr nur dann, wenn die Fahrer handfeste Gründe hätten, diese Route zum meiden – zum Beispiel weil sie hier Zeit verlieren oder ständig mit Kontrollen rechnen müssen.

Bei der BI will man sich aber nicht entmutigen lassen "und weiter öffentlichen Druck aufbauen", kündigt Feistenberger an. Welche weitere Aktionen hier sinnvoll seien, darüber werde man bei der Jahresversammlung Mitte Juli diskutieren, bei der er auf die Teilnahme vieler Anlieger hoffe.

Gerhard Kohlhuber