.

110 kV - Leitung über Ainau?

Im April 2002 wurde die Bürgerinitiative Mensch - Gesundheit - Lebensraum e.V. gegründet. Anlass für die Gründung war das damals schier unglaubliche Vorhaben der Bahn, eine 12 km lange und bis zu 58 Meter hohe 110 kV-Leitung mit Sockelbreiten bis zu 8 Metern über das Neubaugebiet in Zell/Ainau (Geisenfeld), Burgstall (Wolnzach) und Rohrbach zu errichten um die Stromversorgung der neuen Bahntrasse zu gewährleisten.


Es bestand wohl die Meinung der Notwendigkeit, zusätzlichen "Bahnstrom" einzuspeisen zu müssen, z.B. für den ICE. Wie ein Damoklesschwert hing die Hochspannungsleitung über den Köpfen der Einwohner. Die Ängste gegenüber dem Vorhaben waren die Gefährdung des Menschen durch ionisierte Luftpartikel in der Nähe der Leitungen, die Immissionsgrenzwerte für die elektrische und die magnetische Feldstärke sowie die die Lärmbelästigung durch summende Leitungen .Auch die Zerstörung der Tier- und Pflanzenwelt wurde befürchtet.


Viele der Einwohner schlossen sich damals zur BI-MGL zusammen, jeder konnte etwas beitragen um die drohende Gefahr noch abzuwenden. So wurde beispielsweise mit schlagkräftigen Argumenten widerlegt, dass es diese Hochspannungsleitung überhaupt braucht. So wurde u.a. auf das "Traktionsstromversorgungskonzept der DB Energie" aus dem Jahre 2000 hingewiesen, welches aussagt, dass mit der Halbleitertechnologie eine "Revolution" eingetreten sei, mit der die praktische Machbarkeit der elektronischen Umwandlung von Drehstrom in Bahnstrom bewiesen ist, die Bahn also EON-Strom nutzen könnte.

Die BI-MGL initiierte ein Gutachten bei der TU Karlsruhe. Dieses Gutachten stellte unter anderem sinngemäß folgendes fest: Eine Direkteinspeisung ist ausreichend, eine Erdverkabelung ist unproblematisch und eine Direkteinspeisung vom EON-Umspannwerk in Reisgang  ist möglich.


Und neben allerlei "Fachmunition" wurden auch z.B. Unterschriftsaktionen geleistet. Mit einer gesunden Portion Mut und Enthusiasmus, gepaart mit Fachwissen und eisernem Willen, noch dazu viele Unterstützer bzw. Mitglieder der BI wurde das Unmögliche plötzlich möglich. Der Bau der Hochspannungsleitung wurde nicht mehr weiterverfolgt.


Strommasten